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„Der Raum der Zukunft ist individuell“

Arbeiten 4.0 brauch Raum 4.0Einen vielseitigen Einblick in die Gestaltung zukunftsfähiger Firmenräume gab der Münchner Consultant Michael Grosam den Wirtschaftsjunioren Lichtenfels In seinem Vortrag am 20. September 2018 in Kloster Banz.

 

Arbeit 4.0 braucht Raum 4.0: Dies war das Thema des Highlight-Vortrages von Michael Grosam bei den Wirtschaftsjunioren Lichtenfels in Anlehnung an das Jahresthema „Digitalisierung“ der Wirtschaftsjunioren Bayern in Kloster Banz. Der Geschäftsführer des renommierten Beratungsunternehmens Combine Consulting aus München sprach über die Auswirkungen von Digitalisierung und agilen Arbeitsmethoden auf die Gestaltung einer zeitgemäßen Arbeitsumgebung.

Die Zukunft kann man am besten voraussagen, wenn man sie selbst gestaltet, sagte einer der Pioniere der Informatik, Alan Kay. In Zeiten der Digitalisierung ist eine große und häufig unterschätze Gestaltungsmöglichkeit für Unternehmen der eigene Firmenraum. „Ein Raum gibt Halt und stiftet Identität. Er kann für Konzentration, Kommunikation und Kollaboration sorgen“, erklärte der Geschäftsführer von Combine Consulting Michael Grosam bei seinem Highlight-Vortrag vor den Wirtschaftsjunioren Lichtenfels im Fürstenzimmer von Kloster Banz.

Die Funktion moderner Firmenräume habe sich gewandelt. Vom rein funktionalen Arbeitsraum oder repräsentativen Büro hin zu einer vielseitigen Arbeits- und Erlebniswelt. Statt des klassischen Arbeitsplatzes am immer gleichen Schreibtisch bieten die Räume der Zukunft zahlreiche Möglichkeiten und können vielseitig gestaltet werden. Der Referent zeigte Beispiele von futuristischen Raumwelten japanischer Unternehmen bis zu flexiblen Konzepten, etwa bei Adidas. Dort können sich die Arbeitnehmer den passenden Raum für ihre jeweilige Aufgabenstellung wählen. Zum kreativen Brainstorming bieten sich Räume mit beschreibbaren Wänden an, Telefonate können in Telefonboxen geführt werden und zum ungestörten Arbeiten stehen Caféhausatmosphäre oder Ruheraum zur Wahl.

Der Raum der Zukunft ist individuell und spiegelt die Bedürfnisse und Identität des jeweiligen Unternehmens in viel höherem Maße als dies bislang der Fall war. „Welches ist der Grund für die Schaffung von Räumen? Und wie kann ich mit den Räumen die Unternehmensziele unterstützen?“, seien die Fragen, die am Anfang der Raumentwicklung stehen sollten, so Grosam. „Wer heute neu baut, dem empfehle ich eine flexible Bauweise“, so der Berater. Die immer schnelleren Veränderungen von Produkten, Mitarbeiterzahl und Arbeitsweise müssten sich auch in der variablen Gestaltung der Räume wiederfinden. Authentische Arbeitsräume sieht Grosam als gute Möglichkeit für Unternehmen sich von den Mitbewerbern abzuheben und junge Talente zu gewinnen.

Wie die Raumgestaltung im Einzelfall aussehen kann und auf welche Weise sich die Arbeitswelt 4.0 in Zukunft gestalten kann, darüber diskutierten die Wirtschaftsjunioren im Anschluss an den Vortrag mit dem Referenten in gemütlicher Atmosphäre. „Es war ein spannender Abend und ich denke jeder von uns wird für sich einige Impulse mitnehmen“, sagte Kreissprecher Sebastian Fischer. „Herzlichen Dank an den Referenten und Dominik Wiemann für die Organisation.“

 

 

Digitalisierung bringt freie Zeit für Kreativität und Innovationen

 

Mit seinem Unternehmen Combine Consulting berät der renommierte Münchner Consultant Michael Grosam Unternehmen beim Bau und der Gestaltung von Firmenräumen. Der Betriebswirt, Elektrotechniker und Lean Manager war jahrelang bei Adidas und beschäftigte sich mit innovativen Raumkonzepten. Im Interview spricht er über die Chancen der Digitalisierung und die Arbeitsräume der Zukunft.

 

Sie sprechen von den Möglichkeiten der Zukunft. Welche sind das Ihrer Meinung nach vor allem?

Michael Grosam: Die fortschreitende Digitalisierung und Virtualisierung wird unsere Supply-Chain dramatisch ändern. Wir werden in der Lage sein, am Ort des Konsums zu produzieren. Dadurch werden wir Ressourcen schonen. Darüber hinaus werden wir durch die stetige Weiterentwicklung der Daten proaktiver die Qualität unserer Produkte und Services steuern können. Wenn wir uns von Routinearbeiten entlasten, diese Zeit können wir nutzen, um kreativer an neuen Ideen, Produkten und Services zu arbeiten. Unsere Wertschöpfungsprozesse werden sich ändern und neue Berufsfelder werden entstehen. Die klassische Splittung von Blue und White Collar wird dabei aufgehoben werden.

 

Was denken Sie, ändert sich derzeit am schnellsten?

Michael Grosam: Innovation wird zur Disruption. Der klassische Prozess zur Entwicklung und Markteinführung eines Produktes hat ausgedient. Dies spüren und erleben wir als Konsumenten sehr angenehm, als Anbieter macht uns dies Sorgen. Wir reagieren darauf mit Änderung unserer Geschäftsmodelle und Methodiken.

 

Gibt es auch Situationen, in denen Ihnen die Veränderungen zu rasant verlaufen?

Michael Grosam: Dies ist meines Erachtens eine Frage der Persönlichkeit. Ich selbst bin getrieben von strukturierter Entwicklung und versuche stets selbst etwas Neues zu testen, zu nutzen, ja umzusetzen. Andererseits nehme ich wahr, dass wir Menschen einen natürlichen Schutzmechanismus haben, der uns dazu bringt selektiv Veränderung auf- und anzunehmen. In diesem Zusammenhang sehe ich Veränderung erst dann an ihre Grenzen getrieben, wenn sich der Übergang zum Chaos einstellt. Sprich, wenn Veränderung nur um der Veränderung willen verändert wird.

 

Was bedeutet „agiles Mindset“ konkret für Sie?

Michael Grosam: Agiles Mindest fängt damit an, seine eigenen Routinen von Zeit zu Zeit zu hinterfragen. Wir sollten uns bewusst mit unseren Umweltbedingungen auseinandersetzen und diese mit unseren Routinen reflektieren. In diesem Sinne bedeutet agiles Mindset die Bereitschaft den inneren Schweinehund selbst zu motivieren und die intrinsisch vorhandene Veränderungsbereitschaft zu fördern.

 

Was zeichnet den „Raum 4.0“ aus?

Michael Grosam: Es ist nicht mehr nur ein Raum im klassischen Sinn. Raum 4.0 ist ein Kombiprodukt aus aufeinander abgestimmten physischen und digitalen Bausteinen. Der Raum 4.0 unterstützt eine bestimmte Funktion bestmöglich und bietet eine „seamless experience“.

 

Sie beraten Unternehmen zum Thema Raumgestaltung. Worauf sollten Unternehmen heutzutage achten, wenn Sie Räume bauen oder neugestalten?

Michael Grosam: Zuerst einmal sollte sich das Unternehmen die Frage stellen, was der Grund für die Schaffung und Gestaltung von Räumen ist. In diesem Zuge sind unter anderem folgende Fragestellungen zu beantworten. Wie kann der zur Verfügung gestellte Raum die Identität des Unternehmens erlebbar machen? Wie kann der Raum die strategische Entwicklung des Unternehmens unterstützen? Wie kann der Raum die Organisationsentwicklung erlebbar machen? Wie flexibel muss sich der Raum auf sich verändernde Rahmenbedingungen anpassen können? Die Antworten auf diese Fragestellungen sollten als Vision an die Mitarbeiter kommuniziert werden. Welche daraufhin bei der Anordnung und funktionalen Gestaltung der Räume beteiligt werden sollten. On Top zu diesen funktionalen Raummodulen sollte das Unternehmen Impulse setzen, in dem es Räume für Community und cross-funktionaler Kommunikation schafft.


siehe: 20.09.2018: Arbeiten 4.0 braucht Raum 4.0
Sebastian Fischer / 20.09.2018
Zündstoff für Andersdenker

Wirtschaftsjunioren Lichtenfels feierten ihr 65-jähriges Bestehen in Kloster Banz mit Vortrag von Managementvordenker Peter Kreuz. Volles Haus und begeisterte Resonanz.

 

Wirtschaftsthemen neu und anders denken und die Zuhörerinnen und Zuhörer mit seinem mitreißenden Vortragstil begeistern: Dafür ist der renommierte Keynotespeaker Dr. Peter Kreuz international bekannt. Im gut besuchten Kaisersaal von Kloster Banz sprach er zum Auftakt des Jubiläumsjahres der Wirtschaftsjunioren Lichtenfels.

 

„Andersdenker bewegen Welten. Sie streben nach Vielfalt und Andersartigkeit. Sie stellen den Status Quo in Frage und weigern sich, weiter am Spiel der Gleichmacher teilzunehmen“, mit diesem Zitat von Dr. Peter Kreuz leiten Kreissprecher Sebastian Fischer und Katharina Zahner (AK Unternehmertum) den Abend ein und mutmaßten: „Bestimmt wird es am Ende dieses Abends viele begeisterte Andersdenker unter uns geben.“ Die Resonanz der Zuhörerinnen und Zuhörer auf den inhaltsreichen und unterhaltsamen Vortrag war tatsächlich groß.

Die hervorstechendste Eigenschaft besonders erfolgreicher Menschen sei nicht, ihre besondere Begabung oder Disziplin. „Ich habe in meiner Zeit als Professor für Marketing an der Universität in Wien viele sehr erfolgreiche Menschen kennen gelernt“, erzählte Dr. Kreuz. „Sie alle waren verschieden und hatten eines gemeinsam: Den Willen, die Welt jeden Tag ein Stück weit neu zu gestalten.“

Um wirklich erfolgreich zu sein, sei es wichtig, sich von der gewohnten Perspektive zu verabschieden und das eigene Unternehmen einmal anders zu denken. Die größten Probleme hätten Unternehmen, wie Kodak, Nokia oder Quelle nicht gehabt, weil sie grundsätzlich schlecht geführt werden. Sie dachten nicht quer, hielten zu lange am bewährten fest und überließen echte Innovationen neuen Mitbewerbern am Markt. „Nostalgie ist kein Geschäfts Modell“, so der provokante Ausspruch des Referenten.

Im Anschluss stellte er verschiedene Unternehmen vor, die ihre Branche mit spannenden Innovationen geprägt haben. Ob Matratzenmanagement für Hotels oder Prozessmanagement eines Krankenhauses nach Vorbild des Ferrari Rennstalls. Viele Unternehmen haben Erfolg, weil sie Innovationen aus anderen Branchen in die eigene übertragen haben. „Denkt quer und traut euch anders zu sein“, riet er den versammelten Wirtschaftsjuniorinnen und -junioren. Diese waren mit ihrem Jubiläumsauftakt sehr zufrieden. „Wir hatten einen herausragenden Redner und viele zufriedene Gäste. Ich freue mich, dass auch so viele Juniorinnen und Junioren aus den Nachbarkreisen gekommen sind“, sagte Kreissprecher Sebastian Fischer.

Weiter Informationen über die Wirtschaftsjunioren Lichtenfels gibt es unter: www.wj-lichtenfels.de


siehe: 28.02.2018: Highlight 2018: Anstiftung zum Andersdenken mit Peter Kreuz
Sebastian Fischer / 28.02.2018
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